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Die Pfarrkirche Blons

Während die Propstei St. Gerold bereits 1313 eine eigene Kirche besaß, musste das Dorf Blons noch lange warten und kämpfen. Auch wenn die Blonserinnen und Blonser am Sonntag nach St. Gerold in die Kirche gehen durften, war für Taufen, Ehen und Bestattungen die Pfarrei Bludesch/Thüringen zuständig, deren Patronatsherr das Kloster Weingarten war. Die Klagen aus Blons häuften sich, da z.B. im Winter der Weg wegen Lawinengefahr unpassierbar war. Die Kinder blieben ungetauft, und man konnte die Verstorbenen nicht bestatten, was besonders in Pestzeiten dringend nötig war. Erst die Vermittlung des Territorialherrn der Gemeinde Blons, des heiligmäßigen Abtes Augustin II von Einsiedeln, brachte die Wende. Er erreichte, dass Chur als zuständige Diözese und das Stift Weingarten als Patronatsherr der Pfarrei Bludesch/Thüringen in die Gründung einer eigenen Pfarrei einwilligten und im Jahre 1689 die Pfarrerrichtungsurkunde ausgestellt werden konnte.

Pfarrerrichtungs-Urkunde 1689

Schon 1677 gab es in Blons ein Bretterkirchlein, wo sich die Bewohner am Sonntag zum Rosenkranz einfanden. Nun aber konnte endlich eine Kirche errichtet werden. Sie erwies sich jedoch bereits 1701 als zu klein, so dass Chorraum und Schiff verbreitert werden mussten.

Bei der Restauration von 1992 legte man im Chorraum ein altes Fresko frei, das die Kirche und den Pfarrhof in ihrem ursprünglichen Zustand zeigt: In der Gegenwart des Erlösers hält der Hl. Joseph seine Hände segnend über das Blonser Gotteshaus und die Residenz des Pfarrers. 1863-1874 erhielt die Kirche ihr heutiges Aussehen. Restaurationen drängten sich wiederum in den Jahren 1953 und 1989 auf. Obwohl mit materiellen Mitteln nicht reich gesegnet, scheuten die Blonser nie einen Aufwand, wenn es um ihre Pfarrkirche ging oder um den über ihr thronenden Pfarrhof (erbaut 1684/1689).

Ältestes Foto vom Kirchdorf 1895
Kirche - Mesnerhaus - Widumstall - Gasthaus Adler

Die Blonser Pfarrkirche ist „Unserer Lieben Frau von der Unbefleckten Empfängnis“ geweiht. Es handelt sich um eine barocke Landkirche, an die sich auf ihrer Südseite der ummauerte Friedhof anschließt. An der Außenmauer der Kirche ist ein Bronzehalbrelief angebracht. Es stellt den Lawinentod dar, der eine Mutter und ein Kind in den Schneemassen erdrückt. Der Künstler Fidelis Bentele hat es 1954 unter dem Eindruck der Lawinenkatastrophe geschaffen, die am 11. Jänner 1954 über das kleine Dorf hereinbrach. 57 Opfer wurden damals in ein Massengrab gelegt. Es waren die traurigsten Tage in der Geschichte des Dorfes Blons und seiner Kirche, in welcher die Toten, da alles andere zerstört war, in Wolldecken gehüllt auf ihre Beisetzung warteten.

Die Bevölkerung erfuhr damals wertvollste Hilfe und tiefe Solidarität aus der ganzen Welt. Damals wurde die Lawinenglocke gegossen.
An ihrem Mantel sind die Namen der 57 Lawinentoten angebracht. Sie trägt folgende Inschrift:

Im Notjahr geboren. 

Zum Rufen erkoren.

Die Toten beklag´ich.

Ihre Namen trag ich.

 

Am 11. Jänner, an einem Tag,

riss fünfzig und mehr, des führ´ ich Klag,

der weiße Tod von Ofen und Herd,

er bettet sie all´in kalter Erd.

 

St. Niklaus, heiliger Schutzpatron,

steh´ein für sie an Gottes Thron.

Verbirg ihre Seelen in Gottes Arm,

behüt´die Lebenden sicher und warm.